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Zahl des Monats: 3

Über die drei Schlafphasen und Lernen im Schlaf

21. Oktober 2015. Oft wird einem in verschiedenen Situationen geraten, ausreichend zu schlafen, mindestens acht Stunden pro Nacht. Im Durchschnitt schlafen wir ca. ein Drittel unseres Lebens. Unsere Zahl des Monats Oktober widmet sich dem Schlaf – und was er mit Lernen zu tun hat!

Zahl des Monats: 3

Zahl des Monats: 3

 

Unser Schlaf lässt sich in drei Phasen unterteilen: den Leichtschlaf, den Tiefschlaf und die REM-Phasen. REM ist eine aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung für Rapid Eye Movement, also schnelle Augenbewegungen unter den Lidern. Pro Nacht durchläuft unser Körper diese drei Phasen ca. vier bis sechs Mal. Direkt nach dem Einschlafen folgt die Leichtschlafphase. Unser Körper entspannt und Atmung und Herzschlag werden langsamer. Nach dem Leichtschlaf kommt der Tiefschlaf – das erholsamste Schlafstadium. Die erste Tiefschlafphase der Nacht dauert meist am längsten, die folgenden im Laufe der Nacht sind kürzer. Die dritte Schlafperiode ist der REM-Schlaf, sie kennzeichnet sich durch schnelle Bewegungen unter den Augenlidern. Nicht nur ist das Gehirn in dieser Zeit ähnlich aktiv wie im wachen Zustand, sondern hier träumen wir auch am meisten. Die Muskulatur ist sehr entspannt und fast wie gelähmt, damit wir unsere Träume nicht in die Tat umsetzen.

In der Tiefschlafphase träumen wir zwar in der Regel nicht, aber etwas anderes geschieht in unserem Gehirn: Es werden bestimmte Bereiche im Gehirn aktiv, was uns beim Lernen hilft. Was genau da abläuft, dazu kommen wir jetzt.

Wissenschaftler sind sich heute meist einig, dass viel Schlaf die Gedächtnisleistung fördert. Das merkt man z.B. an Tagen, an denen man für längere Zeit Jahreszahlen und Ereignisse oder Formeln auswendig lernt. Je länger man lernt, desto müder wird man, das gilt auch für die Nervenzellen. Der Neurowissenschaftler Jan Born erklärt: “Im Schlaf […] werden sie [die Nervenzellen] reaktiviert, sodass sich das Gelernte verfestigt.” Dies geschieht in einem Bereich des Gehirns, der Hippocampus genannt wird. Dort werden die neu gelernten Fakten vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis übertragen und in der Hirnrinde gespeichert. Man hat beobachtet, dass dieser Bereich im Schlaf ähnlich aktiv ist wie beim Lernen. In der Tiefschlafphase lassen sich mit dem EEG stärkere Gehirnströme im Hippocampus messen. Bei jeder dieser Ströme kommt es zu einer neuen Aktivierung des neuronalen Netzwerks und die tagsüber gelernten Informationen werden ins Langzeitgedächtnis übertragen.

Übrigens: Sogar komplexere Dinge wie motorische Abläufe können verbessert werden, wenn man gezielt Schlafperioden einbaut. Forscher haben Teilnehmer eine Zahlenabfolge in eine Tastatur eintippen lassen. Im Laufe der Zeit wurden sie immer schneller und nach ein paar Stunden Schlaf hatte sich die Geschwindigkeit nochmal erhöht.

 

Die drei Schlafphasen sind nicht nur erholend für den Körper, sondern helfen uns sogar beim Lernen! Noch ein Argument mehr, um ausreichend zu schlafen.

Quellen: [1] [2] [3] [4]
 
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