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Was die Osterinsel mit Ostern zu tun hat

…und mehr zur einzigartigen Schriftsprache der Inselbewohner

24. März 2016. Das Osterfest steht kurz vor der Tür – und das nicht nur hierzulande, sondern auch auf einer kleinen Insel mitten im Pazifischen Ozean. Die trägt auch noch denselben Namen: die Osterinsel. Aber warum heißt die Insel überhaupt so?

Was die Osterinsel mit Ostern zu tun hat

Moai auf der Osterinsel

Die Osterinsel ist eine kleine, isoliert gelegene Insel im Pazifik, die zwar zu Chile gehört, aber von der südamerikanischen Küste ca. 3.700 km entfernt ist. Die nächstgelegene Insel gehört zu Polynesien und ist ca. 1.900 km weit weg. Forscher nehmen an, dass von dort die ersten Menschen um 400 n. Chr. mit Segelbooten auf die Insel gelangten und sich niederließen. Mehr als ein Jahrtausend lebten sie auf der Insel absolut abgeschieden – bis der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen die Insel von seinem Schiff aus entdeckte und dort anlegte. Das war im Jahr 1722, am Ostersonntag – deshalb gab er der Insel den Namen, den sie bis heute trägt.

Von der Besiedlung der Insel ist nicht viel bekannt, da die Stämme in absoluter Isolation lebten und eine eigene Kultur entwickelten, die sie “Rapa Nui” nannten. Teil dieser Kultur sind die Moai, die meterhohen Steinskulpturen, deren Bilder weltweit bekannt sind. Bis heute ist nicht ganz geklärt, zu welchem Zweck die Figuren errichtet wurden. Man nimmt an, dass sie zum einen zur Ehrung von Stammeshäuptlingen oder Ahnen dienten, aber zum anderen auch ein Bindeglied zwischen Diesseits und Jenseits darstellten.

Das Schriftsystem, das die Ureinwohner der Osterinsel entwickelt haben, Rongorongo, ist bis heute absolut einzigartig – nirgendwo auf der Erde wurde bisher ein vergleichbares Schriftsystem entdeckt. Sogar nach mehreren Jahrhunderten seit der Entdeckung ist die Schrift nicht entziffert, es gibt nur Ansätze zur Deutung. Die Schrift besteht aus einer Vielzahl von Symbolen, die menschlichen Figuren, Tieren, Pflanzen und Gebrauchsgegenständen ähneln. Wissenschaftler nehmen an, dass die Schriftsprache den religiösen Autoritäten der Stämme vorbehalten war und lediglich für Rezitationen und Gesänge bei Ritualen verwendet wurde.

Da es keine Menschen mehr gibt, die die Schriftsymbole des Rongorongo noch verstehen, stellt die Entzifferung der Sprache für Linguisten eine große Herausforderung dar. Heute sprechen die ca. 5.800 Bewohner der Osterinsel eine Mischung aus der indigenen Sprache Rapanui und chilenischem Spanisch. Mehr dazu lest ihr hier.

Anders als bei uns ist Ostern auf der Osterinsel kein gängiges Fest. Der Name ist also das Einzige, was die Osterinseln mit dem Osterfest zu tun hat.

Wir wünschen euch frohe Ostern!

Quellen: [1] [2]
 
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