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Warum sagen wir eigentlich… Redewendungen rund um Tiere

Gebratene Störche, krähende Hähne, Hunde, Kater und Frösche

07. Oktober 2015. Wir verwenden sie zum Teil täglich und lernen sie schon als Kinder: Redewendungen und Sprichwörter. Hier erklären wir, wie bekannte deutsche Redewendungen und Sprichwörter entstanden sind. Heute beschäftigen wir uns mit fünf Redewendungen, die mit verschiedenen Tieren zu tun haben.

Warum sagen wir eigentlich...

Warum sagen wir eigentlich…

 

Da brat mir doch einer einen Storch.

Zu diesem Ausdruck von großer Verwunderung gibt es zwei Theorien zur Herkunft. Die eine Annahme bezieht sich auf die germanische Mythologie, in der der Storch ein Glücksbote ist. So bringt er z.B. Neugeborene aus der Quelle des Lebens und bringt sie den Eltern oder nistende Störche auf Hausdächern bringen den Bewohnern Glück. Weil das Vertreiben oder Schaden eines Storches angeblich Unheil bringt, wäre es undenkbar, den Vogel zu braten.

Einer ähnlichen Theorie zufolge verbietet die Bibel das Verzehren der Störche, zudem gelten sie als ungenießbar. Der “gebratene Storch” ist also ein Ausdruck von etwas sehr Unwahrscheinlichem.

Auf den Hund gekommen

Mit dieser Redewendung drückt man aus, dass jemand in eine schlechte Lage geraten ist, meist im finanziellen Kontext. Es gibt verschiedene Vermutungen, wo der Ausdruck ursprünglich herkommt. Zum Beispiel gab es im Mittelalter den Brauch, auf dem Boden von (Schatz-)Truhen das Bild eines Hundes anzubringen, das das Geld vor Dieben schützen und den Besitzer zur Sparsamkeit animieren sollte. War kein Geld mehr da, konnte der Besitzer den Hund sehen und war buchstäblich auf den Hund gekommen.

Laut einer anderen Erklärung gebrauchten Bauern manchmal Hunde als Zugtiere für ihre Karren, wenn sie zu arm waren, um sich Pferde oder Esel leisten zu können. Generell war der Hund früher ein negativ behaftetes Tier, wie man auch an Ausdrücken wie “jemanden wie einen Hund behandeln”, “hundeelend” oder “armer Hund” erkennen kann. Nur kleine Schoßhunde von Adligen hatten einen höheren Stellenwert.

Da kräht kein Hahn nach. / Danach kräht kein Hahn.

Mit dieser Redensart drückt man aus, dass eine Sache keine oder wenig Bedeutung hat. Wahrscheinlich wird sie seit dem 15. Jahrhundert für diese Bedeutung verwendet und stammt vermutlich aus der Biologie. Der Hahn kräht meist im Morgengrauen, aber auch zur Warnung, wenn sich tagsüber Feinde nähern oder etwas Ungewöhnliches passiert. Kräht er in einer solchen Situation nicht, ist das Geschehene nicht von Bedeutung.

Einen Kater haben

Das Gefühl von Unwohlsein, Übelkeit und Kopfschmerzen nach übermäßigem Alkoholgenuss kennt man als Kater. Der Begriff hat allerdings nichts mit der männlichen Katze zu tun, sondern stammt höchstwahrscheinlich von der umgangssprachlichen Aussprache des ärztlichen Fachbegriffs “Katarrh”, der eine Schleimhautentzündung bezeichnet. Obwohl es hier ein anderes Krankheitsbild gibt, ähneln sich Symptome wie Husten, Schnupfen, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Aus diesem Grund wurde früher gesagt “Ich habe einen Katarrh”, woraus sich dann im Laufe der Zeit die einfacher ausgesprochene Version “Ich habe einen Kater” entwickelte.

Frosch im Hals

Bei Schwierigkeiten beim Sprechen, die durch einen trockenen Hals oder einen Kloß im Hals verursacht werden, sagt man oft, man hätte einen Frosch im Hals. Dieser Ausdruck stammt vom medizinischen Fachbegriff Ranula – auf deutsch Froschgeschwulst. Das ist ein Geschwür, das auch bei Menschen unter der Zunge entstehen kann und dann das Sprechen erschwert. Aus Froschgeschwulst entwickelte sich dann im übertragenden Sinn der Frosch im Hals.

 

Hoffentlich habt ihr etwas dazugelernt – bis zum nächsten Mal!

 

Quellen: [1] [2] [3] [4]

 

 
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