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Made in Germany: Oktoberfest, Kindergarten und Co.

Deutsche Wörter, die um die ganze Welt wandern

29. September 2015. Seit dem 19. September feiern alle Dirndl- und Bierliebhaber das größte Volksfest der Welt: das Oktoberfest auf der Münchener Theresienwiese. Wie jedes Jahr zelebrieren tausende Menschen aus aller Welt das deutsche Fest – und zwar nicht nur in Deutschland, denn auch in anderen Ländern gibt es Oktoberfeste. Mehr darüber und über andere Dinge, die aus der deutschen in andere Kulturen übernommen wurden, kannst du hier nachlesen.

Made in Germany: Oktoberfest, Kindergarten und Co.

Made in Germany: Oktoberfest, Kindergarten und Co.

Das deutsche Oktoberfest gibt es bereits seit über 200 Jahren. Im Jahr 1810 heiratete der bayerische Kronprinz Ludwig die Prinzessin Therese und zu diesem Anlass wurde auf der heutigen Theresienwiese ein großes Pferderennen ausgetragen. Im Laufe der Jahre kamen Karussells, Kletterbäume, Schaukeln und Losstände hinzu und mit einigen kriegs- und krankheitsbedingten Pausen entwickelte sich das Spektakel zu einem jährlichen Fest. Heute zieht das Oktoberfest, oder die Wiesn, wie es die Bayern nennen, jedes Jahr mehr Besucher an, 2014 waren es 6,3 Mio.

Nach deutschen Vorbild entstanden auch in anderen Ländern Oktoberfeste. Im chinesischen Qingdao wird es von 3 Mio. Besuchern gefeiert, im kanadischen Kitchener feiern jährlich 700.000 Besucher das deutsche Volksfest und auch Brasilien, Argentinien, Jamaika, USA, Australien, Namibia, Russland und Japan haben das deutsche Traditionsfest in ihre Kultur eingebunden. Auch Bratwurst, Sauerkraut und Brezeln sind in anderen Ländern beliebt, z.B. unter den englischen Namen bratwurst, sauerkraut und pretzels.

Auch andere deutsche Konzepte haben ihren Weg in andere Kulturen gefunden. Neben deutschen Autos gibt es in vielen englischsprachigen Ländern den Kindergarten. Den ersten Kindergarten gab es 1780 in Deutschland, heute gehört das Konzept auch in vielen anderen Ländern zum Schulsystem, z.T. sogar unter dem gleichen Namen, wie z.B. in Großbritannien oder den USA (kindergarten oder kindergarden).

Ein deutsches Wort, das im Englischen oft Verwendung findet, ist über oder ueber/uber. Hierzulande taucht es häufig in Verbindung mit anderen Wörtern auf, wie z.B. überfällig, Überflieger oder überdenken. Im Englischen gibt es das auch – angefangen mit dem Wort Übermensch oder Uebermensch. 1894 hat Friedrich Nietzsche dieses Wort erstmals für das Ideal des künftigen Menschen gebraucht und bis heute wird es in der englischsprachigen Philosophie häufig verwendet. Als Steigerungsmittel wird das Wörtchen über/ueber/uber regelmäßig in der englischen Sprache gebraucht, wie beispielsweise bei ubertastic, uber cool oder uber good.

Mit Wanderlust bezeichnet man im Deutschen eher die wortwörtliche Lust oder den Spaß am Wandern. Seit 1902 gibt es das Wort auch im Englischen, allerdings mit einer etwas anderen Bedeutung: Man bezeichnet mit wanderlust das Bedürfnis, die Welt zu erkunden und zu reisen. Obwohl man diese Bedeutung inzwischen auch im Deutschen kennt, verwendet man hier eher das Wort Fernweh.

Übrigens soll ein alltäglich gebrauchtes Kürzel auch aus Deutschland kommen: okay. In amerikanischen Buchdruckereien arbeiteten früher viele deutsche Fachkräfte. Wenn diese bei Überprüfungen in Setzereien an einem Drucksatz nichts auszusetzen hatten, schrieben sie “ohne Korrektur” – oder abgekürzt “o.K.” Die Amerikaner sprachen die Buchstaben englisch aus und daraus wurde schließlich okay.

 

Wie ihr seht, gibt es Deutsches eben nicht nur in Deutschland. Wir wünschen allen viel Spaß auf dem Oktoberfest – ob in Bayern oder anderswo.

 

Quellen: [1] [2] [3] [4] [5]

 

 
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